Kostenloses Girokonto 12/2017 – Was ist zu beachten?

Ein Girokonto ist ein von einem Geldinstitut eingerichtetes Kontokorrentkonto, das zum täglichen Zahlungsverkehr genutzt wird. Die gesetzlichen Regelungen zum Girovertrag finden sich in § 675f Abs. 1 BGB. Hieraus ergeben sich die Pflichten zwischen Kontoinhaber und Geldinstitut. Das Gesetz unterscheidet insoweit zwischen Zahlungsdienstnutzer (Kontoinhaber) und Zahlungsdienstleister (Geldinstitut). In der Regel wird das Geldinstitut verpflichtet, die Zahlungsaufträge des Kontoinhabers auszuführen. Im Gegenzug zahlt der Kontoinhaber dem Geldinstitut das vereinbarte Entgelt.

Alle gebührenfreien Girokonten im Test 2017

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Gibt es kostenfreie Girokonten?

Girokonto VergleichAuch, wenn die Geldinstitute aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in der letzten Vergangenheit wieder zunehmend Kontogebühren verlangen, gibt es immer noch zahlreiche Anbieter, die gebührenfreie Girokonten offerieren. Der Übersichtlichkeit halber sind im Folgenden zunächst einige Geldinstitute mit Girokonten ohne Kontogebühren aufgelistet:

  • 1822direkt
  • ING-DiBa
  • Wüstenrot
  • Consorsbank
  • DKB
  • Netbank
  • Norisbank

Diese Geldinstitute verlangen in der Regel keine Kontogebühren. Dennoch sollten Sie sich zwingend vor Vertragsabschluss über die Einzelheiten des Vertrages informieren. Beispielsweise fallen nämlich bei der 1822direkt dann Kontogebühren an, wenn der Kontoinhaber älter als 27 Jahre ist und keine monatlichen Geldeingänge auf dem Konto verzeichnet werden können. Ohne eine vergleichbare Alterseinschränkung verlangt auch die Netbank Kontogebühren im Falle des Ausbleibens von Geldeingängen. Alle anderen aufgelisteten Geldinstitute verlangen unabhängig von der Nutzung des Girokontos keine Kontogebühren.

In diesem Zusammenhang sei auf einen Test der Stiftung Warentest hingewiesen. Es wurden über 200 Kontomodelle bei über 100 Geldinstituten untersucht. Dabei wurden insgesamt 25 Girokonten als “Gratiskonten ohne Wenn und Aber” qualifiziert. Unter den Anbietern waren hauptsächlich Direktbanken, aber auch teilweise regionale und überregionale Filialbanken.

Was ist noch bei dem Abschluss eines Girovertrages zu beachten?

Bevor man einen Girovertrag abschließt, sollte man sich neben etwaigen Kontogebühren über eine Vielzahl anderer Vertragsbestandteile informieren. Je nach persönlicher Präferenz wird es eine Rolle spielen, ob das Geldinstitut Filialen betreibt, wie viele Geldautomaten in Deutschland kostenfrei verfügbar sind, ob eine Kreditkarte Gebühren verursacht, wie hoch der Dispositions- und der Guthabenzinssatz ist, ob die Nutzung ausländischer Geldautomaten kostenfrei ist und ob ein etwaiger Wechselbonus eingeräumt wird.

Auch wenn Sie das beste Girokonto ausgewählt haben, kann es für Ihre Bedürfnisse unter Umständen nicht die optimale Lösung sein. So vertrauen viele Menschen dem “Online-Banking” nicht und bevorzugen es, Überweisungsträger schriftlich auszufüllen und bei einer Filiale des Geldinstituts abzugeben. Ebenso möchten viele Menschen persönlich beraten werden. Anbieter kostenfreier Girokonten sind oftmals Direktbanken, die keine eigenen Filialen betreiben.

Daneben eignet sich ein gebührenfreies Girokonto auch nicht unbedingt, wenn Sie häufig an verschiedenen Orten Geld abheben möchten. Dafür ist es nämlich wichtig, dass das Geldinstitut möglichst viele Geldautomaten zur Verfügung stellt, an denen Sie kostenlos Geld abheben können. Grundsätzlich ist die Anzahl der kostenfreien Geldautomaten bei Anbietern von Girokonten ohne Gebühren jedoch nicht immer geringer als bei ihren kostenpflichtigen Konkurrenten. Somit müssten Sie selbst dann auf diesen Punkt achten, wenn Sie bereit wären, einen kostenpflichtigen Girovertrag abzuschließen.

Darüber hinaus sollten Sie sich vergewissern, ob Sie eine Kreditkarte wünschen oder nicht. Ein kostenfreies Girokonto ist nicht mehr unbedingt günstiger als ein Girokonto mit Kontogebühren, wenn Kreditkartengebühren anfallen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass häufig mit der Vergabe der Kreditkarte auch ein Versicherungsschutz vergeben wird, der sich etwa auf Reiserücktrittssachverhalte erstrecken kann.

Girokonto VergleichFerner sollten Sie in jedem Fall darauf achten, wie hoch der Dispositions- und der Guthabenzinssatz bei dem jeweiligen Geldinstitut ist. Sollten Sie die Inanspruchnahme des eingeräumten Dispositionskreditrahmens in Erwägung ziehen, sollte der Zinssatz vergleichsweise niedrig sein. Sollten Sie hingegen regelmäßig höhere Guthabenbeträge auf Ihrem Girokonto vorhalten wollen, lohnt es sich auf einen möglichst hohen Guthabenzinssatz zu achten. Bei Letzterem sollten Sie jedoch keine zu hohen Erwartungen haben, da heutzutage viele Girokonten überhaupt keinen Guthabenzinssatz mehr vorsehen.

Sollten Sie sich öfters im Ausland aufhalten, ist es ratsam, einen Girovertrag mit kostenloser Geldabhebeoption im Ausland abzuschließen. Kontoinhaber erleben mit hohen Abhebegebühren im Ausland immer wieder böse Überraschungen. Die gute Nachricht ist, dass kostenfreie Girokonten häufig ein kostenloses Geldabheben im Ausland ermöglichen.

Letztlich gibt es Anbieter von Girokonten mit Prämien, die für den Wechsel von einem anderen Girokonto einen Bonus zahlen. Je nach Vertragsgestaltung erhalten Sie bis zu 150,00 € vom Geldinstitut für Ihren Girokontowechsel, sofern Sie die vereinbarten Bedingungen erfüllen. Diese können etwa besagen, dass monatlich ein bestimmter Mindestbetrag auf dem Girokonto eingehen muss. Girokonten ohne Mindesteingang finden Sie bei unserem Girokonto Vergleich.

Welche Vor- und Nachteile hat ein kostenloses Girokonto?

Ein wirklich kostenfreies Girokonto (s.o.) hat den Vorteil, dass es auch keine Kosten verursacht, wenn es nicht genutzt wird. Wenn Sie mit Ihrem Geldinstitut unzufrieden sind, kann es sogar hilfreich sein, ein zweites Girokonto bei einem anderen Geldinstitut zu unterhalten. Dies ermöglicht es Ihnen, sofort sämtliche Daueraufträge umzustellen und mit den bereits vorhandenen Karten (i.d.R. Maestro-Karte und ggf. Visa- oder Master Card) Geld abzuheben oder Einkäufe zu bezahlen. Die weiteren Vorteile eines Girokontos ergeben sich aus den jeweiligen Vertragsbedingungen.

Die Liste der Nachteile eines gebührenfreien Girokontos ist ungleich kürzer als die Liste der Vorteile. Zugleich ergeben sich die meisten Nachteile aus den Vertragsdetails. Oft stellen hohe Gebühren für Geldabhebungen an fremden Geldautomaten oder die hohen Dispositionskreditzinssätze ein Ärgernis dar. Ebenso sind die Guthabenzinsen bei den meisten Girokonten sehr gering, soweit solche überhaupt gewährt werden. Insgesamt gilt es, auf scheinbar versteckte Vertragsdetails zu achten. Die aktuellen Zinsen finden Sie in unserem Girokonto Rechner.

Aktuelle Gesetzeslage vereinfacht den Wechsel des Girokontos

GirokontoDas so genannte Zahlungskontengesetz, das seit dem 18.09.2016 in Kraft getreten ist, vereinfacht es Kunden von Geldinstituten enorm, ihr Girokonto zu wechseln. Zum Kontenwechsel müssen Sie nur noch ein vorgegebenes Formular ausfüllen und unterschreiben. Für die Mitnahme von Daueraufträgen und Lastschriften sind in Zukunft die Geldinstitute zuständig.

Ersten Medienberichten zufolge, verzeichnen bereits manche Geldinstitute über 2.000 Wechselanträge pro Tag. Dies erscheint umso verständlicher, da der Mehrwert von kostenpflichtigen Giroverträgen in der Regel nicht gegeben ist. Vielfach sind sogar die weiteren Vertragsbestandteile für den Kunden ungünstiger als bei manchen kostenlosen Giroverträgen. Offensichtlich haben bisher viele Menschen den mit einem Girokontowechsel verbundenen Aufwand gescheut.

Fazit

Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB ist es immer noch möglich, ein kostenfreies Girokonto eröffnen zu lassen, das keinerlei Nachteile bietet. So sind Angebote vorhanden, die keine Kontogebühren aufweisen, kostenfrei eine Kreditkarte zur Verfügung stellen, einen vergleichsweise niedrigen Dispositionskreditzinssatz beinhalten und zahlreiche kostenfreie Möglichkeiten des Geldabhebens bieten.

Hinzu kommt, dass das neue Zahlungskontengesetz den Wechsel von einem Girokonto auf ein anderes Girokonto extrem vereinfacht hat. Möglicherweise bieten auch deshalb noch einige Geldinstitute kostenlose Girokonten an, weil sie Angst vor einem massiven Kundenverlust infolge der Gesetzesänderung haben. Nutzen Sie die Gunst der Stunde.

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